Entspannt produktiv arbeiten – viele Selbständige wünschen sich das. Fast immer, wenn ich mich mit Kolleginnen austausche, kommt das Thema Produktivität auf.

 

Viele von ihnen sind unzufrieden damit, was und wie viel sie schaffen. Das finde ich schon interessant. Können wir doch als Selbständige selbst planen, was wir wann machen wollen. Kein Druck vom Chef oder den Kollegen aus dem anderen Team. Vermeintlich. Denn der Druck, den wir uns selbst machen, ist manchmal sogar noch höher als der von unserem früheren Chef. Und besonders die Perfektionistinnen unter uns sind besonders betroffen – scheinbar gibt es davon einige 😉 Ich bin auch eine. Und ungeduldig noch dazu. Keine gute Kombination. Ich will immer alles auf einmal und das bitte sofort. Ok, ich habe gelernt, dass das nicht funktioniert. Aber ich versuche es trotzdem immer mal wieder.

Und daher hier für alle ungeduldigen Perfektionisten und alle anderen vermeintlich Wenig-Produktiven meine 7 besten Strategien, wie du in deinem Business entspannt produktiver bist.

 

1. Perfektionismus ade

Löse dich von deinem Perfektionismus. Gar nicht so einfach? Ich weiß. Aber zwingend notwendig, wenn du mit deinem Business überleben willst. Du kannst es dir nicht leisten, alles perfekt machen zu wollen. Dafür reicht die Zeit nicht. Wie lange brauchst du für deine perfekte Grafik mit Canva? Wie lange feilst du an dem perfekten Text für den Facebookpost? Wie oft nimmst du ein perfektes Video auf, weil hier ein „ähm“ zu viel ist oder da ein Haar quer liegt? Ich weiß, wie viel Zeit da drauf gehen kann. Ehe du dich versiehst, ist der Tag um. Dann hast du natürlich nicht viel geschafft, außer der einen Grafik oder dem einen Text. Wenn deine Arbeit zu 80% perfekt ist, dann ist sie immer noch sehr gut. Und, was noch wichtiger ist, du bist dann viel authentischer. Zu perfekt ist unnahbar, glatt, kalt und deine potentiellen Kunden sehen dich nicht. Es ist aber wesentlich, dass deine Kunden dich sehen können und zwar so, wie du wirklich bist. Das baut Vertrauen auf. Fehler sind menschlich. Deine Kunden sind froh, wenn sie mit einem Menschen arbeiten und nicht mit einer Maschine, die alles perfekt und ohne Kanten abliefert. Also, lass es sein, immer perfekt sein zu wollen. Das spart dir enorm Zeit und bringt die richtigen Kunden zu dir.

  

2. To do – Listen vermeiden

Wie viel Zeit verdaddelst du damit, deine To do-Liste(n) zu „pflegen“? Ich kenne das noch von früher. Liste anschauen, entscheiden, was ich heute davon machen will, Zeiten planen und abends dann abstreichen, übertragen oder zurückstellen. Wurde die Liste jemals leer? Nö! Es kamen ja auch immer wieder andere Sachen dazu, die wichtiger oder dringender waren. Manche Punkte konnte ich irgendwann ganz von der Liste streichen, weil sie einfach nicht mehr relevant waren. Vorher wurden sie aber lustig schon zig mal weiter geschoben. Was ich in der Zeit alles hätte wirklich erledigen können. Vertrau darauf, dass du weißt, was zu tun ist. Wenn du eher vergesslich bist, dann notiere dir wichtige Dinge und setze eine Erinnerung bevor es zu spät ist. Dann ploppt das rechtzeitig wieder auf, du musst dich aber nicht ständig damit beschäftigen. Ansonsten lösche alle To do–Listen oder schmeiße sie weg. Sie rauben dir nur Zeit.

 

3. Top 3

Wie viele Dinge nimmst du dir täglich vor? 5? 10? Oder gar noch mehr? Wenn du dann nur wenige davon erledigst, bist du natürlich demotiviert. Abgesehen davon, dass eine lange Liste von Aufgaben von vorne herein demotivierend ist. Überlege dir morgens, was die 3 Dinge sind, die du an dem Tag erledigen willst, die dich weiter bringen. Und dann tue sie. Direkt. Ohne vorher etwas anderes zu tun. Wenn du fertig bist, bleibt bestimmt noch Zeit, etwas anderes zu tun. Wenn nicht, ist auch nicht schlimm, denn du hast das geschafft, was du dir vorgenommen hast. Alles andere wäre nur zusätzlich. Auch schön, muss aber nicht sein.

 

4. Unangenehme Dinge sofort tun

Es gibt sie immer wieder, diese Aufgaben, die wir einfach nicht lieben, vor denen wir uns drücken bis es nicht mehr anders geht oder sie sich von selbst erledigt haben. Allerdings erledigen sich die wenigsten Dinge von selbst. Ich rate dir daher, unangenehme Dinge möglichst zeitnah zu erledigen und sie nicht lange vor dir her zu schieben. Warum? Selbst wenn du die Aufgabe erst mal weggeschoben hast, ist sie immer noch da. Sie lauert in deinem Kopf und erinnert dich ständig daran, dass sie noch erledigt werden muss. Das zieht dich runter, weil du die Aufgabe nicht magst, nicht weiß, was du tun sollst etc. Wenn du jetzt immer wieder an dein Unwohlsein erinnert wirst, schwächt das deine Energie und lässt dich auch andere Dinge langsamer oder nicht so gut machen. Also, besser direkt weg mit dem Monster und dann wieder frei arbeiten können. Diese Monster tun übrigens meistens nur so böse und entpuppen sich oft als harmlose Schoßhündchen. Probier es mal aus.

 

5. Ablenkungen vermeiden

SocialMedia ist gut und schön und wir arbeiten ja auch damit. Es ist wichtig für uns. Aber rund um die Uhr? Ständig ploppt irgendwo etwas auf, macht ping oder blinkt. Schalte es ab. Es gibt so nützliche Funktionen wie „Nicht stören“, Flugmodus oder du kannst das Gerät sogar ganz abschalten (echt!) . Und am PC/Laptop lass doch einfach SocialMedia geschlossen und öffne es nur zu bestimmten Zeiten z. B. morgens, mittags, abends für jeweils 15 Minuten. Dann auch gezielt nutzen. Gehe auf deine Seite oder in deine Gruppe, checke Nachrichten, Kommentare und dann gehe direkt in die Gruppen, die gerade wichtig für dich sind. Ganz ehrlich, wie viel von dem, was du in deiner Timeline siehst, ist wirklich relevant für dich? Oft höre ich dann, aber meine Kunden sind doch da auch unterwegs und dann muss ich reagieren. Ja, aber doch nicht sofort. Die Welt geht nicht unter und der Kunde nicht weg, wenn du erst in 3 Stunden antwortest. Es sei denn, du hast einen Notdienst 😉

 

6. Tomaten

Nee, Tomaten steigern nicht die Produktivität. Aber es gibt die so genannte Pomodoro-Technik (Ponodoro = ital. für Tomate). Du nimmst dir eine bestimmte Zeit vor und arbeitest in der Zeit konzentriert und ohne Ablenkung an deiner Aufgabe. Im Anschluss machst du 5 Minuten Pause. Im Original sind es 25 Minuten und nach 4 Abläufen eine längere Pause von 15 – 20 Minuten. Wichtig ist, dass du dir einen Timer stellst, damit du nicht ständig auf die Uhr schauen musst. Die Pause zwingend einhalten. Vom Schreibtisch aufstehen, rumgehen, Getränk holen, strecken und dann den nächsten Abschnitt angehen. Ich lege mir den Wecker immer etwas entfernt hin, damit ich auch aufstehen muss und nicht einfach den Alarm wegdrücke und weiter arbeite. Du glaubst nicht, wie viel du damit schaffen kannst. Auf jeden Fall ausprobieren.

 

7. Erfolge feiern

Mache dir abends mal bewusst, was du am Tag alles gemacht hast. Meist ist es nämlich gar nicht so wenig, wie wir dachten. Oder es ist eine große wichtige Aufgaben, die endlich erledigt ist. Dann darfst du auch stolz auf dich sein und dich feiern. Erfolge feiern ist ganz wichtig. Wir haben keinen Chef mehr, der uns lobt (falls es den vorher tatsächlich gegeben haben sollte). Du musst es selbst tun. Lobe dich, klopfe dir auf die Schulter, belohne dich für das, was du geleistet hast.

 

So, das waren sie, meine besten Strategien für entspannte Produktivität im Business. Vielleicht kennst du das ein oder andere schon (ich habe ja das Rad nicht neu erfunden 😉), aber manchmal ist es notwendig, dass wir nochmal erinnert werden, dass uns jemand darauf stößt, es uns bewusst macht, damit wir es dann wieder umsetzen können.

Ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg damit.

 

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